Ein Haus für die Münchener Secession
Die Münchener Secession, der Verein Bildender Künstlerinnen und Künstler sucht für seine Aktivitäten geeignete Räumlichkeiten. Wir hoffen auf eine großzügige Schenkung, auf kulturell interessierte Stiftungspersönlichkeiten, die der Secession Räume in München oder im weiteren Umland zur Verfügung stellen können.
Die Münchener Secession wurde 1892 als fortschrittliche Gruppierung von den damals maßgeblichen Künstlern wie Max Liebermann, Franz von Stuck, Lovis Corinth gegründet. Sie wurde Vorbild für die später folgenden Secessionen in Wien und Berlin. Auf diese Zeit geht die umfangreiche Kunstsammlung zurück.
Die Münchener Secession trägt sicher einen der bekanntesten Vereinsnamen in der neueren Kunstgeschichte. Der Verein existiert seither kontinuierlich, unterbrochen nur in der Zeit des Nationalsozialismus. Er besteht heute aus etwa 100 aktiven Künstlerinnen und Künstlern. Sie wünschen sich geeignete Räume für Büro, Archiv, Bibliothek und Ausstellungen. Die Münchener Secession hat das Know-how und die Erfahrung, kontinuierlich ein lebendiges zeitgenössisches Ausstellungsprogramm zu gestalten. Die Secession will ein offenes Forum sein für Diskussionen zu kulturellen Themen. Sie will auch dem Austausch mit Künstlerinnen und Künstlern anderer Regionen und Städte Raum bieten.
Das Haus, die Wohnung –
Mögliche Aktivitäten
Der Verein Münchener Secession wünscht sich als Basis für seine kulturellen Aktivitäten ein Haus oder eine Wohnung für Büro, Archiv, Bibliothek und Ausstellungen. Gerne in München oder auch in der weiteren Umgebung der Stadt.
Wenn Sie die Möglichkeit haben, dem Verein Räume zur Verfügung zu stellen, können natürlich Ihre Wünsche für eine kulturelle Widmung mit berücksichtigt werden. Auch Finanzübertragungen, die zum Kauf einer Immobile beitragen, sind eine willkommene Hilfe für den Verein. Größere Räume würden sich für zusätzliche Nutzungen anbieten. Sei es für wechselnde Ausstellungen, als Ort für kulturelle Veranstaltungen, für Lesungen oder Diskussionen zu kunstrelevanten Themen oder zum Zeigen eines Teils der Kunstsammlung. Eventuell ließe sich auch ein Gastatelier einrichten, um den kulturellen Austausch mit Künstlerinnen und Künstlern aus anderen Städten zu fördern.
Für die Umsetzung dieser Aktivitäten hat der Verein in seinen Reihen fähige Mitglieder, die sich ehrenamtlich engagieren würden und über die Erfahrung verfügen, um entsprechende Programme zu kuratieren und zu betreuen.
Die Schenkung, die Stiftung
Der Verein Secession München ist als gemeinnütziger Verein anerkannt und seit vielen Jahrzehnten im Vereinsregister eingetragen. Er hat die Möglichkeit bei Schenkung einer Immobilie gegebenenfalls eine Stiftung zu gründen. Sämtliche Details der Übertragung (sei es als Schenkung oder Stiftung) würden mit Hilfe eines Rechtsbeistands erörtert und gemeinsam festgelegt, wobei die Vorstellungen der Schenkenden berücksichtigt werden können. Sofern eine Stiftung eingerichtet wird, kann sie, wenn gewünscht, den Namen der Schenkenden gemeinsam mit dem Namen des Vereins Münchener Secession tragen.
Die Kunstsammlung
Die Sammlung des Vereins besteht aus mehreren hundert Werken, Gemälden und Skulpturen ihrer Mitglieder. Die Sammlungstätigkeit des Vereins begann zu Beginn des 20. Jahrhunderts, umfasst also auch zahlreiche Werke des Jugendstils, des Impressionismus und des Symbolismus. Ein Großteil der Sammlung des Vereins befindet sich dauerhaft in der Städtischen Galerie im Lenbachhaus. Darüber hinaus sind Werke aus der Sammlung an weitere Museen und an das Bildungszentrum Kloster Banz ausgeliehen.
Franz von Stuck
Franz von Stuck
Lovis Corinth
Lovis Corinth
Leo Putz
Leo Putz
Maria Caspar-Filser
Maria Caspar-Filser
Alfred Stieglitz
Alfred Stieglitz
Geschichte der Münchener Secession
Der Verein Münchener Secession entstand 1892 als Loslösung einer Gruppe fortschrittlich Gesinnter von der Künstlergenossenschaft, die seit 1858 für die Durchführung von Kunstausstellungen im sogenannten Glaspalast zuständig war. Das Gebäude war nach Vorbild des Londoner Crystal Palace ursprünglich für Industriemessen gebaut worden und befand sich auf dem Gelände des Alten Botanischen Gartens in der Nähe des Bahnhofs. Neben lokal geprägten Kunstausstellungen gab es seit 1869 auch Präsentationen mit internationaler Beteiligung, die zunächst unregelmäßig, dann jährlich stattfanden.
Die Massenveranstaltungen mit Tausenden von Exponaten brachten es mit sich, dass sich einzelne Künstler nicht angemessen präsentiert fanden, sondern das frustrierende Erlebnis hatten, im Überangebot, im Vielen unterzugehen. Die starke Präsenz ausländischer Künstler bei den internationalen Ausstellungen wurden von einem Teil der heimischen Künstler als Konkurrenz empfunden, während eine andere Gruppe (dazu gehörten die späteren Secessionisten) den Austausch mit Gastkünstlern vor allen Dingen inspirierend fand.
Die internationale Ausstellung von 1891 zeigte schließlich die Unvereinbarkeit der verschiedenen Positionen. Ein zusätzlicher Streit über Vereinsstatuten führte im kommenden Jahr zum Austritt von etwa 100 Künstlern aus der Genossenschaft. Am 4. April 1892 gründeten sie die Münchener Secession. Dabei waren bekannte Künstler wie Max Liebermann, Franz von Stuck, Lovis Corinth, Max Slevogt, Peter Behrens und Wilhelm Trübner. Sie propagierten die Befreiung der Kunst von dogmatischen Kunsturteilen, das Nebeneinander von Stilrichtungen. Sie fühlten sich „als Teil der großen und modernen Strömung, die ganz Europa durchflutet.“ Mit dieser Haltung wurden sie Vorbild für die später folgenden Secessionen in Wien und Berlin.
Franz von Stuck entwarf für den neu gegründeten Verein das Emblem, das bis heute von der Secession verwendet wird. Es zeigt den Kopf der Pallas Athene, der Schutzgöttin der Kunst, in einem Oktogon.
1893 bekam die Künstlergruppe temporär ein Grundstück an der Prinzregentenstrasse zur Verfügung gestellt, auf dem sie ein monumentales, provisorisches Ausstelllungsgebäude errichten ließ. Die Secession nutzte die folgenden fünf Jahre für erfolgreiche Ausstellungen. In dieser Zeit wurde sie wegbereitend für eine moderne Ausstellungspräsentation, die auf übertriebenen Pomp wie Tapeten und begleitenden Zierrat verzichtete. (Das Gebäude stand in Höhe der heutigen Prinzregentenstrasse 2, gegenüber befindet sich das Haus der Kunst.)
Ab 1898 stellte der Verein im Kunstausstellungsgebäude am Königsplatz aus. Hier gestaltete die Secession ein kontinuierliches Programm mit drei großen Ausstellungen jährlich und wurde zu einem Zentrum des Münchner Kulturlebens. Die Secession setzte sich auch für Präsentationen des fortschrittlichen Kunstgewerbes ein und zeigte die erste große Schau künstlerischer Photographie in München. Unter den Fotografen war auch Alfred Stieglitz, der einige Jahre später in New York eine Gruppierung ins Leben rief, die er als Hommage an die Münchner Ausstellung „Photo-Secession“ nannte. Als bedeutende Gruppe von Fotopionieren gehört sie sowohl durch ihre Galerietätigkeit wie auch durch die Herausgabe der Zeitschrift „Camera Work“ zur amerikanischen Kunstgeschichte.
Die Münchener Secession erwarb sich auch international einen guten Ruf. So erhielt der Verein 1909 von der Stadt Venedig die Einladung, auf dem Gelände der Kunstbiennale einen der ersten Länder-Pavillons zu errichten. Als die Secession nach einigen Jahren ihr Engagement in Venedig beendete, wurde aus dem „Padiglione Bavarese“ der „Deutsche Pavillon“. Das Ausstellungshaus geriet im Laufe der dreißiger Jahre in den Einflussbereich der nationalsozialistischen Reichskammer, die ihn nach ihrem Geschmack umbauen ließ.
Die Münchener Secession wurde 1937 als weltoffener, an den Entwicklungen moderner Kunst interessierter Verein von den Nationalsozialisten aufgelöst. Im selben Jahr fand die Eröffnung des „Hauses der deutschen Kunst“ am Englischen Garten statt. Es war Hitlers Ambition, an Stelle des durch Brand zerstörten Glaspalastes ein Ausstellungsgebäude zu schaffen, das durch Größe und Anmaßung seinem Größenwahn gerecht werden konnte. Hier durfte nur Kunst gezeigt werden, die dem Regime gefiel.
Nach dem Krieg gab es für die Münchener Secession einen Neuanfang. Das Verbot in der Zeit des Nationalsozialismus erwies sich nun für den Verein als vorteilhaft und erleichterte die Verhandlungen mit der amerikanischen Besatzungsmacht über Ausstellungsräume. So konnte die Secession ab 1949 gemeinsam mit zwei anderen Münchner Künstlergruppen kontinuierlich die Räume des Hauses der Kunst bespielen. Die Vereine waren verantwortlich für zahlreiche bahnbrechende Präsentationen. Sie standen in der Nachkriegszeit für eine radikale Kehrtwende, für eine künstlerische Neuausrichtung im Haus der Kunst.
Die Künstlervereine organisierten etwa 150 Großausstellungen im Haus der Kunst. Darunter bereits in den ersten Jahren Retrospektiven der verfemt gewesenen Vincent van Gogh, Paul Cezanne, Marc Chagall oder Le Corbusier. Pablo Picasso zeigte das Antikriegsbild „Guernica“. Ein Versuch der Aufarbeitung der Nazizeit war 1962 das Projekt „Entartete Kunst-Bildersturm vor 25 Jahren“. Neben Präsentationen zeitgenössischer Kunst und der klassischen Moderne organisierten die Vereine auch spektakuläre Ausstellungen wie „Nofretete-Echnaton“ (1976), Großprojekte, die Hunderttausende von Besucherinnen und Besuchern anzogen. Zu einem zentralen Ausstellungs-Format wurde die „Große Kunstausstellung“, die jährliche Präsentation der Künstlervereine mit maßgeblicher Beteiligung der Secession.
Seit Beendigung der Vertragssituation 2013 im Haus der Kunst organisiert die Münchener Secession Ausstellungen und Symposien in wechselnden Räumen. Hier sei als Beispiel die umfassende Präsentation mit dem Titel „Combo“ genannt, die 2025 in den Staatlichen Antikensammlungen stattfand.
Als Basis für diese vielfältigen Aktivitäten wünscht sich der Verein Secession München ein Haus oder eine Wohnung für Büro, Archiv und Bibliothek des Vereins. Gerne in München oder in der weiteren Umgebung der Stadt. Wir freuen uns über jedes Angebot. Ein größeres Haus könnte zusätzlich Räume für das Vereinsleben bieten, für Ausstellungen, Diskussionen und Austausch. Und auch ein Teil der historischen Kunstsammlungen sucht einen Platz, um gezeigt zu werden. Siehe dazu bitte den Link: „Mögliche Aktivitäten“.
Ausstellungsgebaude am Königsplatz, 1909
Ausstellungsgebaude am Königsplatz, 1909
Plan des Ausstellungsgebäudes der Secession in der Prinzregentenstrasse, 1893
Plan des Ausstellungsgebäudes der Secession in der Prinzregentenstrasse, 1893
Bayerischer Pavillon der Secession auf der Biennale Venedig, 1910
Bayerischer Pavillon der Secession auf der Biennale Venedig, 1910
Hausrenovierung, 1910
Hausrenovierung, 1910